So urteilen die Zeitungen über die Aufführungen der Science Busters.
Gibt es Gott? Das würde Oberhummer aus fernen Galaxien angereiste Außerirdische als erstes fragen. Die Antwort, klärt ihn Moderator Martin Puntigam auf, müsste er freilich auch wieder einfach glauben. Spaß auf hohem Niveau, Jubel im ausverkauften Saal.
Es gibt also wieder viel zu staunen und noch mehr zu lachen: Martin Puntigam, bewusst
ungustiös, lässt die beiden Physiker im Smalltalk gerne einmal auflaufen. Aber Gruber hat
immer eine gute Ansage parat: "Hoffnung ist kein Konzept der Physik." Wunderbar.
Unglaublich sexy: Puntigams Spandex-Trikot. Unglaublich lehrreich: wie man mit wenigen Hilfsmitteln ein 1a Bluwunder fabritiert.
Innerhalb weniger Semester ist die Vortragsreihe aus der Abteilung "Die fröhliche Wissenschaft" in Österreich Kult geworden.
Der See Genezareth aus Maizena
Jesus-Atome und biblische Wunder im Wiener Rabenhof
Wien - Sie haben Harry Potter entzaubert, James Bond als Angeber entlarvt, die Mondlandung bewiesen und Mehlbomben gezündet. Jetzt knöpfen sich die Science Busters höchst kurzweilig die Bibel vor und all
ihre Wunder. Wie das mit der Auferstehung von den Toten. Und hier die frohe Botschaft für Katholiken: Das ist keine Glaubensfrage, die Physik weiß sogar, in welcher Form Jesus überlebt hat! Injedem Menschen von heute sind mindestens eine Billion Jesus-Atome enthalten. Ausgerechnet hat das
Heinz Oberhummer, der Experimentalphysiker der drei „Busters“. Wer’s genauer wissen will: Es hängt mit
dem Energieerhaltungssatz zusammen, der besagt, dass Atome nicht verloren gehen können. Weshalb die Atome aller längst Verblichenen in uns überdauert haben. Also auch die von Mohammed. Von wem sonst noch, lässt einen schaudern, denkt man drüber nach.
Aber dafür bleibt keine Zeit in der skurrilen Wissenschaftsshow, wo aus 15 Kilo Maizena und Wasser ein begehbarer See Genezareth gebastelt, flugs ein Blutwunder bewirkt und sogar die Frage der Fragen gestellt wird:Gibt es Gott? Das würde Oberhummer aus fernen Galaxien angereiste Außerirdische als erstes fragen. Die Antwort, klärt ihn Moderator Martin Puntigam auf, müsste er freilich auch wieder einfach glauben. Spaß auf hohem Niveau, Jubel im ausverkauften Saal.
(S. Rössler)
Falsch angenagelt
Jesus müsste vom Kreuz gefallen sein
Wien - Das Feld der Science Busters ist ein weites: Die "Boygroup" unter der Leitung von
Martin Puntigam hinterfragt die Zaubertricks von Harry Potter, untersucht die
Wahrscheinlichkeit von Aliens, stellt Christbaumbrände nach und analysiert die Stunts von
James Bond. Dass zur Osterzeit im Rabenhof die Edutainment-Show Crucifixion Party - Die
Physik des Christentums folgen würde müssen, ist daher fast logisch.
Heinz Oberhummer, der liebenswert tattrige Theoretiker (TU Wien) und sein Kollege Werner
Gruber, ein lakonischer Meister des Experiments (Uni Wien), sind sich z. B. ziemlich sicher,
dass Jesus nicht so am Kreuz gehangen haben kann, wie er es in unserer Vorstellung
gewöhnlich tut. Denn der Handteller würde ausreißen. Um dies zu verhindern, müssten die
Nägel durch den Handwurzelbereich getrieben werden.
Dass aus der Wunde, mit der Lanze zugefügt, Wasser und Blut spritzte, ist hingegen sehr
plausibel: Aufgrund des Stresses sammle sich eben im Herzbeutel eine wasserähnliche
Flüssigkeit.
Oberhummer, in seiner Jugend Volksmusikant, lässt es sich nicht nehmen, unter Gejohle den
Ambros-Song Heidenspaß zu Gehör zu bringen. Allerdings nur die erste Strophe (da geht's
ums Kreuzweh), nicht aber die zweite, in der Ambros Wein zu Wasser, aber nicht Wasser zu
Wein verwandeln kann. Auf dieses Wunder - wie auch die Auferstehung - wird denn auch nicht
eingegangen. Aber das Trio infernal beweist etwa, dass man sehr wohl übers Wasser gehen
kann. Wenn man zuvor genügend Maizena reingeschüttet hat.
Als Höhepunkt vollbringen die drei ein Blutwunder: Die tixotrophe Flüssigkeit in der
"Monstranz", die gestocktem Blut ähnlich sieht, verflüssigt sich bei der Prozession auf der
Bühne. Durch Energiezufuhr - sprich: Schütteln.
Es gibt also wieder viel zu staunen und noch mehr zu lachen: Martin Puntigam, bewusst
ungustiös, lässt die beiden Physiker im Smalltalk gerne einmal auflaufen. Aber Gruber hat
immer eine gute Ansage parat: "Hoffnung ist kein Konzept der Physik." Wunderbar.
(Thomas Trenkler)

Physik hat ein Imageproblem. Zwei Wiener Wissenschaftler haben das erkannt und
eine etwas andere, witzige Vorlesung versucht. Zunächst taten sie das alleine. Drei
Stunden dauerte ihr missionarischer Entertainment-Versuch. Das Publikum flüchtete.
Sie nahmen den Grazer Kabarettisten und Studienabbrecher Martin Puntigam dazu -
die "Science Busters" waren geboren. Innerhalb weniger Semester ist die
Vortragsreihe aus der Abteilung "Die fröhliche Wissenschaft" in Österreich Kult
geworden.
Es ist ein ungleiches Trio. Puntigam in pinkfarbenem Dress zur Jogginghose, dazu
der massige Experimentalphysiker Werner Gruber und der 67-jährige Heinz
Oberhummer, einst für den Nobelpreis vorgeschlagener und nun emeritierter
Professor der Theoretischen Physik, der später noch peterkrausverdächtig zur
Gitarre greifen wird. Es geht um den Weltuntergang, die Kalorienzahl des jüngsten
Gerichts, das Ablenken von Asteroiden und die Frage "Was ist Intelligenz?". Der
Abend ist bewusst nutzwertorientiert gehalten: "Man will einen Straßenzug in die Luft
jagen und nicht viel Geld ausgeben? Kein Problem!" Es folgen Tipps zum Bau einer
thermonuklearen Kofferbombe, inklusive knalliger Demonstration auf der Bühne.
Überhaupt experimentieren die Herren gerne: Eine Wassermelone stirbt so den
Bühnentod, und zur Pause hat man einen sprudelnden Schoko-Brunnen gebastelt.
Versuchsbeobachtung: Lernen kann auch lustig sein.
(THOMAS BECKER)