Gehen wir einer Kleinen Eiszeit entgegen, weil die Sonne schläft? Die Sonne leuchtet nicht gleichmäßig. Alle 11 Jahre gibt es ein Maximum bzw. ein Minimum an solarer Aktivität. Im Minimum der Sonnenflecken ist auch die Sonnenaktivität am geringsten.
Der Sonnenfleckenaktivität ist aber derzeit in einem Minimum wie schon seit etwa hundert Jahren nicht mehr. Im derzeitigen Aktivitätsminimum war die Sonne bereits 737 Tage ohne einen einzigen Sonnenfleck verglichen mit den sonst typischen 485 Tagen. Im Jahre 2009 waren fast überhaupt keine Sonnenflecken zu sehen, während normalerweise schon zumindest über etwa 50 Sonnenflecken vorhanden sein müssten. Im gesamten August 2009 waren 0 (in Worten Null) Sonnenflecken auf der Sonne zu sehen. Auch im September 2009 waren vdie meisten Tage ohne Sonnenflecken. Fast alle Tage der ersten Oktoberhälfte 2009 waren wiederum ohne einen einzigen Sonnenfleck.
Derzeit gibt es auf der Sonne keinen einzigen Sonnenfleck (1.9.2009) [Quelle: SOHO/MDI]
Als Maunderminimum wird eine Periode extrem verringerter Sonnenfleckenaktivität in den Jahren zwischen 1645 und 1715 bezeichnet. Während einer 30-Jahr-Periode im Maunderminimum haben Astronomen nur 50 Sonnenflecken beobachtet verglichen mit den sonst typischen 40000–50000 Sonnenflecken. Das Maunderminimum mit seinen wenigen Sonnenflecken ist auch der Höhepunkt der so genannten Kleinen Eiszeit mit vielen sehr kalten, lang andauernde Wintern und niederschlagsreichen, kühlen Sommern. Das Gletscherwachstum war während dieser so genannten „Kleinen Eiszeit“ das stärkste seit der letzten richtigen Eiszeit. Die Kanäle in den Niederlanden waren jeden Winter lange überfroren. Sogar Schlittschuhlaufen auf der Lagune von Venedig war zeitweilig möglich. Neuere Studien aus verschiedenen Klimaarchiven belegen die Kleine Eiszeit auf allen Kontinenten bis hin zu den beiden Polkappen.
Eine vor kurzem veröffentlichte Arbeit in der renommierten Zeitschrift „Science“ zeigt, dass der Sonnenfleckenrhythmus tatsächlich einen unvermutet starken Einfluss für die Wolkenbildung und Niederschlag auf der Erde hat.
Man kann noch nicht sagen wie lange das derzeitige Sonnenfleckenminimum noch andauert und ob wir dadurch tatsächlich einer neuerlichen Kleinen Eiszeit entgegen gehen. Auf jedem Fall sollten länger andauernde Sonnenfleckenminima der derzeitigen globalen Erwärmung entgegen wirken.
Nach dem Rekordtief der Ausdehnung der arktischen Eisfläche im Jahre 2007 wächst die Eisfläche um den Nordpol nun wieder rasant. Für die letzten beiden Jahren 2008 und 2009 war insgesamt ein Zuwachs von über eine Million Quadratkilometer, das sind etwa 25 Prozent, zu verzeichnen:
Eisfläche im September 2007: 4,30 Millionen Quadratkilometer
Eisfläche im September 2008: 4,67 Millionen Quadratkilometer
Eisfläche im September 2009: 5,36 Millionen Quadratkilometer
Wenn dieser Trend weiter anhält, könnten wir tatsächlich einer Erdabkühlung entgegen gehen.
Anzahl der aktuellen Sonnenflecken:
Spaceweather
Auswirkungen der Sonnenaktivität auf Erdklima:
Deutsches GeoForschungsZentrum:
Ausdehnung der arktischen Eisfläche:
National Snow and Ice Data Center