Astronomen und Kosmologen von der NASA haben in internationaler Zusammenarbeit erste Hinweise auf ein Paralleluniversum, also ein anderes Universum das neben unserem eigenen existiert, entdeckt. Die Annahme der bizarren Vorstellung eines Multiversums bestehend aus beliebig vielen Paralleluniversen wird in letzter Zeit von immer mehr Astronomen, Kosmologen und Astrophysikern favorisiert. Aber es ist schon eine Sensation, dass nun auch astronomischen Beobachtungen erste Hinweise eines Paralleluniverums durch die Entdeckung des so genannten Dunklen Flusses liefern.
Unter dem dunklen Fluss versteht man, dass sich hunderte Galaxienhaufen, d.h. Ansammlungen von tausenden Billiarden Sternen, sich mit großer Geschwindigkeit in eine ganz bestimmte Richtung bewegen. Dieser Fluss der weit entfernten Galaxienhaufen erstreckt sich in einer Länge von Milliarden von Lichtjahren. Ein solcher Fluss muss durch irgendeine Kraft ausgelöst werden. Diese kann aber nicht durch Gravitationskräfte von unserem eigenen Universum kommen, weil dieses keine so hohen Konzentrationen von Materie aufweist, die eine solche Gravitationskraft ausüben könnte. Diese Kraft könnte aber von einem Paralleluniversum ausgeübt werden. Das würde aber auch bedeuten, dass ein solches Paralelluniversum auch irgendwie mit unserem Universum verschränkt sein muss.
Durch Satellitenbeobachtungen kann man die so genante kosmische Hintergrundsstrahlung im Mikrowellenbereich beobachten, die uns aus dem Weltraum erreicht. Diese Strahlung wird durch wenn sie sich durch bewegende Galaxienhaufen verändert. Man kann daraus schließen, in welche Richtung und mit welcher Geschwindigkeit sich die Galaxienhaufen bewegen.

Aus den Veränderungen der kosmischen Hintergrundstrahlung im Mikrowellenbereich, die wir am Himmel sehen und die in diesem Bild dargestellt ist, kann man Bewegungen der Galaxienhaufen bestimmen. Die Galaxienhaufen scheinen sich mit konstanter Geschwindigkeit auf den elliptischen purpurn eingefärbten Bereich hinzubewegen. [NASA/ATScI]
Unter der Inflation (lateinisch: Aufblähung) des Universums versteht man, dass sich das Universum kurz nach dessen Entstehung extrem schnell ausgedehnt hat. Diese Theorie der Inflation erklärt am besten viele Eigenschaften unseres eigenen Universums. In dieser Theorie existiert zunächst ein Quantenschaum, d.h. ein Gewusel aus entstehenden und wieder verschwindenden Elementarteilchen. Ein bestimmter zunächst ganz winziger Bereich hat sich dann durch die Inflation zu einem gigantischen Universum aufgebläht. Aus verschiedenen Bereichen in diesem Quantenschaum können dabei aber nicht nur ein, sondern immer wieder beliebig viele neue Universen entstehen. Diese so genannte Multiversum-Hypothese von beliebig vielen Universen scheint nun auch durch den Hinweis auf ein erstes Paralelluniversum plausibler zu werden. Natürlich wird nun weiter geforscht, um diese ersten Hinweis auf ein Paralleluniversum zu erhärten.
Erstmals ist es durch Beobachtungen gelungen, Hinweise auf ein Paralleluniversum zu erhalten. Falls sich diese Beobachtungen erhärten sollten, wird sich das Bild unserer Welt durch das Multiversum noch einmal unvergleichlich grandioser darstellen. Vor allem ist fantastisch, dass es uns Menschen möglich ist und gelingt, sogar noch über unser Universum hinaus, Beobachtungen durchzuführen und Erkenntnisse zu gewinnen.
NASA-Artikel über die Entdeckung des Dunklen Flusses:
Scientists Detect Cosmic 'Dark Flow' Across Billions of Light Years
Artikel von Florian Freistetter in Science Blogs:
Leben wir in einem Multiversum?
Einführung in Inflation und Multiversum:
Heinz Oberhummer: Kann das alles Zufall sein –Geheimnisvolles Universum, ecowin, 2008
Originalarbeit im Astrophysical Journal:
Results and Applications
Technical Details