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Bitte einmal Mars und zurück!

  • Prof. Heinz Oberhummer
  • 17.01.10, 00:00 Uhr

Ende 2011 startet die Mission „LIFE Experiment“. Dabei werden das erste Mal Lebewesen auf einer fast drei-jährigen Reise von der Erde zum Marsmond Phobos und zurück reisen. Das Ganze dient dazu, um heraus zu finden, inwieweit einfache Lebewesen eine Reise von einem Himmelskörper zu einem anderen überstehen können.

Wer sind die Reisenden?

Nur die 11 zähesten Lebewesen auf Erden haben eine Einladung zu dieser extremen Reise bekommen. Dazu zählen Hefepilze, Pflanzensporen, Bärtierchen und Bakterien. Drei Jahre lang sind sie der Kälte, dem Vakuum, der Austrocknung und vor allem der radioaktiven Strahlung im Vakuum des Weltraums ausgesetzt. Unter den Ausgewählten befindet sich auch das Bakterium „Deinococcus Radiodurans“, das wegen seiner Widerstandskraft den Spitznamen „Conan, the Bacterium“ nach dem Film „Conan, the Babarian“ mit dem Auslandsösterreicher Arnold Schwarzenegger erhalten hat. Dieses Bakterium verträgt mehr als das Tausendfache der radioaktiven Strahlung, die für die meisten anderen Lebewesen bereits tödlich wäre. Es befindet sich unter anderem in den Bemmerln (Hochdeutsch: Kot) von Lamas und Alpakas. Science Buster Heinz Oberhummer hat in den Bemmerln seiner Alpakas in seinem kleinen Bauernhof im Dunkelsteinerwald auch zu Hause.

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Das jüngste Alpaka mit dem Namen „Nils“ von Science Buster Heinz Oberhummer [Quelle: Anton Oberhummer]

Eine lange Reise

Die Reise zum Marsmond Phobos erfolgt in einem Behälter, der an der Außenseite der russischen Raumsonde „Phobos-Grunt“ montiert ist. Für den Hin- und Rückflug sind jeweils etwa 11 Monate vorgesehen. Und etwa ein Jahr lang wird sich die Sonde auf der Oberfläche des Marsmonds aufhalten.

Warum der Marsmond Phobos?

Man hat bewusst den Marsmond Phobos mit einem mittleren Durchmesser von etwa 20 km und nicht den Planeten Mars selbst ausgewählt. Das liegt daran, dass die Anziehungskraft dieses Monds weitaus geringer als die vom Planeten Mars selbst ist. Dadurch kann man viel Energie beim Andocken und beim Abheben der Raumsonde sparen. Die Fluchtgeschwindigkeit von Phobos beträgt wegen seiner geringen Größe nur 34 km/h, d.h. mit einem Moped könnte man mit Hilfe einer kleinen Rampe dort schon in den Weltraum entschweben.

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In diesem Behälter werden zehn der widerstandsfähigsten irdischen Lebewesen zum Marsmond Phobos und zurück reisen [Quelle: Planetary Society]

Die Hypothese der Panspermie

Die LIFE-Mission testet die so genannte Hypothese der Panspermie, dass sich einfache Lebewesen über große Distanzen eingeschlossen durch das Universum bewegen können. Die Reise kann im Inneren von Felsbrocken geschehen, die durch einen Einschlag von einem Planeten weggeschleudert werden und dann wieder auf einem anderen landen. Auf diese Weise könnte auch das Leben auf die Erde gekommen sein.

Fazit

Die Science Busters begrüßen die geplante Reise von ihrem Maskottchen „Deinococcus Radiodurans“ und hoffen, dass es dieses extreme und gefährliche Abenteuer so gut als möglich übersteht.

Links

LIFE Experiment Phobos (in Englisch)