Die Vorstellung einer flachen Erde (Erdscheibe) findet sich in vielen frühen Kulturen und wurde später von der Vorstellung einer Erdkugel abgelöst. Ist das wirklich wahr?
Die irrige moderne Annahme, dass insbesondere im Mittelalter an eine Erdscheibe geglaubt wurde, wird in der Fachliteratur als Mythos der Flachen Erde bezeichnet und von der Historical Society of Britain als verbreitetster historischer Irrtum aufgelistet. Neuere Untersuchungen insbesondere seit den 1990er Jahren haben gezeigt, dass außer sehr wenigen Ausnahmen seit dem 3. Jh. v. Chr. keine gebildete Person in der Geschichte des Westens glaubte, dass die Erde flach ist, und dass die Kugelgestalt der Erde stets die dominante Lehrmeinung blieb. Die moderne Fehlannahme, dass der mittelalterliche Mensch an eine flache Erde glaubte, fand erst im 19. Jh. Verbreitung, vor allem aufgrund von Washington Irvings fiktiver Erzählung „Das Leben und die Reisen des Christoph Columbus“.
Die moderne Bewegung, die den Gedanken der Flachen Erde weiter propagierte, war in den 1960-er Jahren die so genannte International Flat Earth Society. Die in dieser Zeit aufkommenden Fotos der Erde aus dem Weltall wurden als Verschwörung abgetan. Es wurde in etwas größerem Umfang Newsletter und ähnliches veröffentlicht. Auf jeden Fall erlangten die Thesen in dieser Zeit einige mediale Aufmerksamkeit. Neuerdings ist die Flat Earth Society offensichtlich komplett eingeschlafen, es gibt im Internet keinerlei ernsthafte Vertreter der Thesen mehr.