Endlich ist die überfällige Studie von S.B. Giddins, Univ. California und E. Magnano, CERN zum Risiko der Entstehung von Schwarzen Mininilöchern am LHC und der möglichen Umwandlung der Erde in ein Schwarzes Loch erschienen. Dieser 96 Seiten lange Artikel wird in Physical Review D publiziert.
Fast gleichzeitig hat die "Arbeitsgruppe Sicherheit am LHC" des CERN ihre aktuelle Studie bezüglich des Risikos der Entstehung von Schwarzen Minilöchern durch den LHC vorgestellt.
Die meisten Wissenschaftler argumentieren, dass wenn stabile Schwarze Minilöcher durch den LHC überhaupt entstehen, und die Erde in ein einziges Schwarzes Loch umwandlen würden, dies auch längst schon durch die hoch-energetischen Teilchen der kosmischen Strahlung geschehen wäre. Diese Argumentation hat jedoch den Haken, dass bei den Zusammenstößen im LHC die Teilchen in Bezug auf die Erde aus genau entgegen gesetzten Richtungen mit gleicher Geschwindigkeit aufeinander prallen. Das ist jedoch bei der kosmischen Strahlung nicht der Fall, weil dort hoch-energetische Teilchen aus dem Weltraum auf die praktisch ruhenden Teilchen der Erde treffen. Daher würden fast alle durch die kosmische Strahlung entstehenden stabilen Schwarzen Minilöcher mit großer Geschwindiglkeit einfach nur die Erde durchqueren.
Im Gegensatz dazu könnten durch den LHC erzeugten - mit langsamer Geschwindigkeit relativ zur Erde -Schwarzen Minilöcher sich eher im Zentrum der Erde ansammeln, um schließlich von innen her die Erde aufzufressen. Es gibt nun ein neues Argument gegen ein solches Horrorszenario in der Arbeit von Giddins und Magnano. Dieses beruht darauf, dass Neutronensterne und Weiße Zwerge verglichen mit der Erde eine gigantische Dichte besitzen. So beträgt die Masse von nur einem Kubikmeter der Materie eines Weißen Zwergs etwa eine Million Tonnen. Bei Neutronensternen ist die Dichte sogar noch eine Million Mal größer. Ein Kubikmeter davon hat dann die Masse von mehr als 10 Cheopspyramiden. Die in diesen Himmelskörpern durch die kosmische Strahlung entstehenden Schwarzen Minilöcher müssten dann dort viel eher zum Stillstand kommen und eingefangen werden und dadurch diese Himmelskörper mit der Zeit auch auffressen und in ein Schwarzes Loch verwandeln. Die fortgesetzte Existenz von solchen Himmelskörpern in der Größenordnung von Milliarden Jahren spricht daher gegen die Erzeugung solcher gefährlicher Schwarzer Minilöcher auch im LHC.
Zusammenfassend schließen die neuen aktuellen Studien die Umwandlung der Erde in ein Schwarzes Loch durch die Inbetriebnahme des LHC aus. Interessant ist allerdings schon, dass man für diese Folgerung neben der Existenz der Erde auch die Millarden Jahre dauernde Existenz von weit entfernten, exotischen Himmelskörpern in Anspruch nehmen muss.