Von Heinz Oberhummer
Eines Tages vor zirka fünf Jahren saß ich bei meinem Friseur, um mir von Fräulein Margarete die Haare schneiden zu lassen. Ich habe als Universitätsprofessor an der TU Wien auch schon immer populärwissenschaftliche Vorträge gehalten. Nun war es wieder einmal so weit und ich sagte Margarete, dass ich kommende Woche einen öffentlichen Vortrag halten werde und dass ich sie dazu auch gerne einladen möchte. Sie fragte: „Hat das etwas mit Wissenschaft zu tun?“ Ich antwortete: „Na ja, schon ein bisschen. Aber der Vortrag ist wirklich für alle verständlich.“ Sie meinte aber dann: „Nicht böse sein, aber da komme ich nicht, ich verstehe nämlich rein gar nichts von Wissenschaft.“
Da wurde mir klar, dass man das unter einem anderen Titel verkaufen müsste. Ich dachte sofort an das Kabarett, weil da die Leute hingehen, ohne Angst zu haben etwas nicht zu verstehen. Aber ein Kabarett muss ja auch lustig, unterhaltsam, spannend, aber vor allem verständlich sein. Ich suchte mir also Verstärkung. Der erste, den ich kontaktierte, war der Physiker Werner Gruber von der Universität Wien. Ich kannte ihn zwar nicht persönlich, aber wusste bereits aus den Medien, wie erfolgreich er Physik präsentieren konnte. Ich rief ihm also an, wir trafen uns im Kaffeehaus, nach einer hallen Stunde waren wir per Du, und nach zwei Stunden hatten wir uns schon mehrere Projekte überlegt.
Aber jetzt musste noch ein echter Kabarettist her. Ich erinnerte mich, dass beim 50. Geburtstag meiner Chefs ein gewisser Martin Puntigam auftrat, der Teile seines Programms „Wildwochen“ dort präsentierte. Er spielte dabei ein Elementarteilchen, also dachte ich mir, er sollte sich zumindest für Physik interssieren. Ein Anruf genügte, wir trafen uns, und er vervollständigte unser Team. Die „Science Busters“ waren geboren. Allerdings konnte ich mir damals in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen, welchen Aufstieg unser Wissenschaftskabarett einmal nehmen würde.